Die Social Media Revolution eines Unternehmen beginnt im Intranet

Im Harvard Business Review Blog gab es zum Ende des letzten Jahres einen interessanten Beitrag “When Your Company Culture Isn’t Ready for Social Media”. Darin beschäftigten sich Jeanne C Meister and Karie Willyerd mit dem Thema, ob ein Unternehmen überhaupt für Enterprise 2.0 bereit ist.

Tatsächlich steht bei der Entwicklung zum Web 2.0 Unternehmen neben der Struktur eines Unternehmens auch dessen Kultur auf dem Prüfstand.

Das neuartige Kommunikationsverhalten im Social Web wird zwangsläufig die Unternehmenskultur nachhaltig verändern. Dabei gilt es vor allem die Authentizität zu beachten. Unternehmen können nichts nach Aussen transportieren, was im Unternehmen nicht gelebt wird. Erst wenn innerhalb des Unternehmens eine offene Kultur gelebt wird, kann diese auch authentisch nach Aussen getragen werden.

Die Einführung eines Social Intranets kann hierbei einen entscheidenden Einfluss auf die Firmenkultur haben. Eine zentrale Plattform zum Austausch aller aktuellen internen Angelegenheiten kann helfen, eine eigenständige und fruchtbare Kommunikationskultur aufleben zu lassen und die Mitarbeiter für Social Media zu sensibilisieren.

Wer das Wort ergreift, zeigt Engagement und Interesse. Wer aktiv in Firmenprozesse einbezogen wird und sich zu relevanten Themen äussern kann, fühlt sich als Mitarbeiter ernst genommen. Es kommt zu einem Paradigmenwechsel – von zentral gesteuerter Top-Down Kommunikation zu dezentralisierter Mitarbeiterkommunikation.

Fallbeispiele zeigen, dass eine offene, kommunikative Kultur Voraussetzung für den Erfolg von Social Media im Unternehmen ist. Als exemplarische Unternehmen sind hier z.B. IBM, SAP, Motorola oder T-Systems zu nennen.

Die Nutzung des Social Intranets muss den Mitarbeitern freigestellt sein. Um eine grosse Akzeptanz bei der Mehrheit der Mitarbeiter zu erreichen, müssen die wichtigsten Informationen für die tägliche Arbeit ausschliesslich hier verfügbar sind. Für die Skeptiker unter den Mitarbeitern lässt sich somit zumindest das Mitlesen nicht mehr vermeiden.

Nicht jedem Mitarbeiter wird der Umgang mit einem Social Intranet leicht fallen. Sind jedoch bereits mehrere Kollegen beteiligt, gestalten sich Einstieg und Beteiligung deutlich unkomplizierter. Hier sollte das Management mit gutem Beispiel voran gehen und fleissig posten, chatten und bloggen. Empfehlenswert wäre beispielsweise ein Management-Blog, der intern und in persönlicher Tonalität über Neuigkeiten und Veränderungen informiert.

Eine wichtige Veränderung, die das Intranet 2.0 herbeiführt, ist auch eine offenere Führungskultur. Jede Seite kann posten und kommentieren, jeder Mitarbeiter ist gleichermassen beteiligt und es wird nicht zwischen Positionen und Hierarchien unterschieden. Dies lässt deutlich mehr Raum für Diskussionen. Die Firmenhierarchien zwischen den einzelnen Positionen und Mitarbeitern werden immer flacher. Man verliert die Hemmungen, auch mit Vorgesetzten einen Diskurs zu beginnen. Gleichzeitig verbessern sich sowohl der Informationsfluss als auch die Informationsgeschwindigkeit.

Gerade bei grossen und verteilten Unternehmen ist das Social Intranet ein wichtiger Faktor, um ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Identifikation mit dem Unternehmen aufzubauen und zu erhalten. Unabhängig davon, an welchem Standort die Mitarbeiter eines Unternehmens arbeiten: Sie können sich in unternehmensweiten Diskussionen einbringen.

Es optimiert die Zusammenarbeit sowohl zwischen den einzelnen Standorten als auch zwischen Teams und Positionen. Gleichzeitig standardisiert es Zusammenarbeit und Projektmanagement. Betriebswirtschaftlich betrachtet sorgt diese neue Art der Teamarbeit neben einer deutlichen Zeitersparnis bei Kollaborationen und Organisation für einen optimierten Wissenstransfer.

Zusammengefasst kann man sagen: Das soziale Intranet unterstützt im Unternehmen die Zusammenarbeit, das Informations-, Reputations-, sowie Beziehungsmanagement. Im Idealfall führt ein gelungener Einsatz sogar zu Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen.

Auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit bietet das Intranet 2.0 Vorteile. Sämtliche wichtigen Unternehmensinformationen liegen hier dokumentiert vor und ständig werden neue Informationen eingebracht. Wissensentstehung und Dokumentation finden nicht länger getrennt voneinander statt. Wissensinseln im Unternehmen werden abgebaut. Probleme müssen nicht mehrfach gelöst werden, wenn sie bereits dokumentiert wurden. Wissensprozesse werden im Unternehmen als einheitlicher Prozess verstanden und im Social Intranet gebündelt.

Ist diese praktische, positive Erfahrung über das Mitmach-Intranet auch bei den Social Media Skeptikern unter den Mitarbeitern angekommen, werden optimalerweise auch die letzten unter ihnen damit beginnen die berühmten 95 Thesen des Cluetrain Manifesto auf ihre tägliche Arbeit zu übertragen und damit ganz pragmatisch für den Wandel in der Unternehmenskultur sorgen.

Diesen Prozess sollten besonders die grossen Unternehmen fördern, durch Transparenz, Offenheit und nicht zuletzt durch ein modernes Social Intranet. Gerade hier stärke ich als Unternehmen aktiv die moderne Medienkompetenz meiner Mitarbeiter und fördere den Wandel zur Enterprise 2.0!



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