
Unsere Welt wird immer digitaler – sowohl im privaten, als auch im wirtschaftlichen Bereich. Das Shopping-Verhalten und der Medienkonsum der Menschen hat sich drastisch verändert. Industriezweige, wie z.B. die Reise- oder Musikindustrie wurden durch das Internet und Social Media bereits komplett umgestaltet. Digitale Unternehmen wie Facebook und Google sind zu Multimilliarden-Dollar-Imperien aufgestiegen – ein Ende der Fahnenstange wird es wohl nicht geben.
Zu Recht stellen sich Management-Teams jeglicher Art von Unternehmen immer öfter folgende Frage: “Sind wir als Unternehmen wirklich bereit in einer Geschäftswelt mitzuspielen, die mehr und mehr von Technologie und Internet bestimmt wird?”
Unternehmen mit den passenden Führungskräften werden die Frage wohl mit einem selbstbewussten “Ja klar!” beantworten können. Aber wie viele Unternehmen aus den traditionellen Industriezweigen können dies wirklich von sich behaupten?
Hier ein paar Vorschläge, wie Unternehmen die digitale Revolution einläuten und sich Herausforderungen wie z.B. Social Media erfolgreich stellen können:
Support von ganz oben muss gegeben sein
Der Schritt in die digitale Geschäftswelt erfordert entsprechenden Zeitaufwand und Unterstützung des Top-Managements – damit ist sowohl Vorstand, Geschäftsführung als auch die gesamte erweiterte Führungsriege gemeint. Social Media zum Beispiel ist mehr als einfach nur ein neuer Kanal für Marketing-Kampagnen. Der Einsatz innovativer digitaler Tools wird nur dann erfolgreich sein, wenn letztendlich alle Unternehmensbereiche die entsprechenden Technologien im Arbeitsalltag verinnerlichen und gewinnbringend einsetzen – dies beinhaltet Marketing, Vertrieb, PR, interne Kommunikation, Redaktion, Kundenservice, die Personalabteilung, etc.
Nur mit Hilfe des Top-Managements wird man es schaffen organisatorische Silos im Unternehmen zu durchbrechen, die entsprechenden Ressourcen für digitale Initiativen bereitzustellen und Budgets für neue Fachkräfte aus dem digitalen Bereich zu schaffen.
Digital denken, arbeiten, leben
Auch etablierte Führungskräfte des Unternehmens müssen entsprechendes digitales Know-How haben, um jederzeit einschätzen zu können, welche Plattformen das Unternehmen nutzen muss, in welche Bereiche strategisch investiert werden soll und welche Entwicklungen innerhalb der Organisation forciert werden müssen, um den Trends auf dem Markt zu entsprechen oder sie idealerweise sogar zu setzen. Führungskräfte müssen verstehen, wie der Kunde digital tickt, welche Wege er nutzt, um Informationen über Produkte und Services zu bekommen und was er vom eigenen Unternehmen verlangt. Es muss ein tiefes Verständnis für Social Media und Mobile gegeben sein. Alle Führungskräfte des Unternehmens müssen die aktuellen Entwicklungen auf dem digitalen Markt beobachten, in Bezug auf neue Technologien müssen sie immer up-to-date sein und – nicht zu vergessen – diese Technologien auch selbst nutzen.
Sei auf Facebook! Kauf Dir ein Smartphone! Nutze Groupon! Beobachte Google! (siehe: “Die neue goldene Marketing-Regel“)
Eine Kultur der Offenheit muss geschaffen werden
Um Innovation im eigenen Unternehmen zu fördern, müssen Führungskräfte mit digitaler Verantwortung begreifen, dass sie nicht notwendigerweise alle Antworten parat haben müssen, aber ein Umfeld aufbauen können, das es erlaubt Mitarbeiter mit unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkeln an einen Tisch zu bekommen, um durch kreativen Austausch die Organisation proaktiv zu verändern.
Zu den wichtigsten Qualitäten innovativer Führungskräfte gehört also: Neugier, Vielseitigkeit und die Offenheit für Kollaboration. Führungskräfte sollten leidenschaftliche Fürsprecher der Kunden sein und die Unternehmensaktivitäten in erster Linie aus Anwender- und/oder Kundensicht bewerten. Nichtsdestotrotz dürfen sie nie die unternehmerische Perspektive verlieren und müssen daher von Anfang an darauf achten, dass jegliche digitalen Aktivitäten auch gemessen und analysiert werden können, um strategische Geschäftsentscheidungen letztendlich zu erleichtern.
Unternehmenskultur steht auf dem Prüfstand
Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmen, die in einer Technologie-getriebenen Welt Erfolg haben, ihren Mitarbeitern eine Unternehmenskultur bieten, die Innovation und Kollaboration fördert. Führungskräfte in der digitalen Welt benötigen Mitarbeiter, die neue Wege gehen und traditionelle Strukturen durchbrechen, mit viel Eigenverantwortung und Motivation.
In vielen Unternehmen wird es deswegen notwendig sein, die bestehende Firmenkultur zu verändern. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Ansätze. Man kann z.B. eine Test-Abteilung aufsetzen, die beginnt eine neue Firmenkultur vorzuleben und dann schrittweise auf das gesamte Unternehmen zu übertragen. Ein anderer Weg wäre es, das Management Team in einem Silicon Valley Unternehmen hospitieren zu lassen, um innovative Firmenkultur aus erster Hand zu erfahren, zu bewerten und im nächsten Schritt in die eigene Organisation zu implementieren.
Top-Mitarbeiter halten und neue Talente gewinnen
Durchweg den Markt beobachten und die besten Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten ist oberste Priorität. Wirklich gute Fachkräfte auf dem digitalen Markt sind rar gesät und kaum jemand bleibt länger als ein Jahr auf seiner Position – die Mitarbeiterfluktuation ist extrem hoch. Nur Unternehmen mit einer klaren digitalen Strategie, weitsichtigem Top-Management, einer Unternehmenskultur, die Experimentierfreudigkeit und Kreativität unterstützt und Führungskräften mit digitalen Fähigkeiten weiterführende Karriereperspektiven eröffnet, wird die besten Mitarbeiter gewinnen und halten können.
Die Top-Mitarbeiter im Bereich Digital und Social Media zu halten ist eine der Herausforderungen für Unternehmen heutzutage. Gerade in Social Media Boom-Zeiten wie momentan ist das Risiko die besten Mitarbeiter zu verlieren sehr hoch.
Unternehmen, die beim Anwerben von neuen Talenten einen guten Job machen, haben meist auch die besten Chancen ihre Top-Mitarbeiter zu halten, weil eben genau diese Faktoren, die attraktiv auf neue Talente wirken, auch eine grosse Rollen beim Halten der eigenen Top-Performer spielen. Diese Faktoren sind z.B. eine herausfordernde Tätigkeit, Unterstützung vom Senior Management, ein Umfeld zu haben, in dem man experimentieren und lernen kann und sichtbare, merkliche Anerkennung für die eigenen Errungenschaften bekommt.
Wie alle Arbeitnehmer wechseln digitale Führungskräfte ihre Jobs aus verschiedenen Gründen – unzureichende Ressourcen, limitierte Aufstiegschancen, fehlende Kommunikation oder nicht vorhandene Strategie. Führungskräfte bleiben, wenn sie die Chance haben durch ihre Arbeit Einfluss auf die Organisation zu nehmen, wenn sie das Gefühl haben, etwas Bedeutendes zu schaffen und sich mit den Werten des Unternehmens und dem Führungsstil des Top-Managements identifizieren können.
Um erfolgreich erfahrene digitale Führungskräfte zu rekrutieren, benötigt ein Unternehmen also vor allen Dingen eine starke und gesunde Unternehmenskultur, entsprechende Führungskräfte und gute Entwicklungsmöglichkeiten für bestehende und neue Mitarbeiter.
Zusammenfassend kann man sagen, dass ohne bedingungslosen Support des Top-Management und einer Veränderung der traditionellen Unternehmenskultur auch die beste Strategie im Rahmen der digitalen Revolution einer Organisation zum Scheitern verurteilt ist. Bei diesen Ausführungen kratze ich übrigens nur an der Spitze des Eisbergs. Man könnte vieles noch auf einzelne Fachbereiche oder technische Innovationsschritte runterbrechen, was ich in meinen Beiträgen “Social Media als Herausforderung und Chance für Führungskräfte” und “Die Social Media Revolution eines Unternehmen beginnt im Intranet” – doch darf man nie vergessen, dass alles vom strukturellen Rahmen der Organisation bedingt wird, der vom Top-Management bestimmt wird.
Hier liegt also der eigentliche Casus Knaxus.
Ich freue mich über Kommentare!


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